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Artemisia Gentileschi als heilige Katharina von Alexandrien mit Märtyrerpalme und zerbrochenem Rad
Porträt: Artemisia Gentileschi, um 1615–1617 · gemeinfrei

Gentileschi Artemisia

Eine ganz Große – Rebellion und Widerstand

Malerin und Resonanzfigur der Menschenwürde

Artemisia Gentileschi begegnet im IfaZ als Malerin, deren Bilder Menschenwürde, Selbstbehauptung und körperliche Klarheit über die Zeiten hinweg sichtbar machen.

Geboren 1593 in Rom als Tochter des Malers Orazio Gentileschi wurde sie nicht in eine Kunstschule aufgenommen. Denn sie war schliesslich eine Frau. Also wurde sie von ihrem Vater unterrichtet und schon früh sah man: Sie malte wie eine Kraft und Ausdruck. Mit 17 wurde sie vergewaltigt von Agostino Tassi. Der war Maler aus dem Kreis um ihren Vater. Die Gerichtsverhandlung war ein öffentlicher Spießrutenlauf. Sie wurde gefoltert um ihre Aussage zu „überprüfen“. Aber sie hielt stand. Der Prozess wurde zur Ikone, lange bevor man überhaupt das Wort feministisch kannte.

Aber das Entscheidende kommt erst danach: Sie zerbricht nämlich nicht. Sie malt. Sie malt Judith, die den Holofernes tötet und zwar nicht als biblisches Dekor, sondern als existenziellen Schrei. Ihre Frauen sind keine Staffage, sie sind Entscheidung. Sie sind Wucht, sie sind Urteil, sie sind Schmerz und sie sind Schönheit. Artemisia ging nach Florenz, später dann nach Neapel und nach London. Ihr Werk wanderte und sie selbst ebenso. Sie trat der Accademia delle Arti bei als erste Frau. Sie erhielt Aufträge von Fürsten, Kirchen, Kardinälen.