Ortsbeschreibung zur Fundort-Verortung: Schlipfing / Bernhaupten
Der Fundort liegt im Bereich der Ortsteile Schlipfing und Bernhaupten, Gemeinde Bergen, im nördlichen Chiemgau, Landkreis Traunstein. Das Gebiet befindet sich im Übergangsraum zwischen dem Traunsteiner Becken und dem sanft reliefierten Alpenvorland.
Topographisch ist der Standort durch leicht gewellte bis flach geneigte Geländeflächen geprägt, die von kleinen Talmulden, Bachläufen und ehemaligen Schmelzwasserrinnen gegliedert werden. Einzelne Geländekanten und flache Höhenrücken strukturieren den Raum und ermöglichen weite Sichtbeziehungen. Die heutige Nutzung ist überwiegend landwirtschaftlich, mit Wiesen- und Ackerflächen sowie eingestreuten Hofstellen und kleineren Waldparzellen.
Der geologische Untergrund besteht überwiegend aus quartären Ablagerungen der letzten Eiszeiten. Vorherrschend sind Moränen- und Schotterkörper aus Kies, Sand und lehmigen Anteilen, die durch die Gletscher und Schmelzwässer des Chiemsee- und Inngletschers abgelagert wurden. In Senkenbereichen treten feinkörnige Sedimente auf. Unterlagert werden diese Lockergesteine von tertiären Molasseschichten des Alpenvorlandes.
Diese Kombination aus gut durchlässigen Schottern, lokal wasserführenden Schichten und fruchtbaren Feinsedimenten schuf seit frühester Zeit günstige Voraussetzungen für Besiedlung, Wegeführung und Nutzung. Gleichzeitig begünstigen die mächtigen Lockersedimente die Erhaltung und wiederholte Auffindung archäologischer Bodenfunde.
Die Lage des Fundortes fügt sich damit schlüssig in einen seit prähistorischer Zeit genutzten Landschaftsraum ein, der durch natürliche Verkehrsachsen, Rohstoffvorkommen und stabile Siedlungsbedingungen gekennzeichnet ist.