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Historisches Porträt Alfonso Salmeróns, um 1602
Porträt: Unbekannter Künstler, um 1602 · gemeinfrei

Alfonso Salmerón

Was morgen geschieht, steht nicht in den Büchern

Schriftgelehrter und Konzilstheologe

Jüngster der sieben Gefährten, Schriftgelehrter und Konzilstheologe. Salmerón verbindet Montmartre mit der Bibliothek, Trient und Neapel.

Alfonso Salmerón wurde 1515 in Toledo geboren. Nach Studien in Alcalá kam er nach Paris, wo ihn sein Freund Diego Laínez mit Ignatius von Loyola und den anderen Gefährten zusammenführte. Unter den sieben Männern von Montmartre war er der Jüngste.

Seine besondere Kraft lag im Lesen, Erinnern und Auslegen. Salmerón kannte die Sprachen der Schrift und bewegte sich mit großer Sicherheit zwischen Bibel, Kirchenvätern und den Fragen seiner Gegenwart. Gemeinsam mit Laínez nahm er als päpstlicher Theologe am Konzil von Trient teil. Später leitete er die Jesuiten in Neapel und arbeitete an seinen umfangreichen Kommentaren zum Neuen Testament.

Doch der Gelehrte blieb ein Gesandter. Seine Wege führten ihn nach Irland, durch Italien, nach Deutschland, Polen und Belgien. In Siena arbeitete er mit Armen und Kindern. Wissen war für ihn kein ruhender Besitz, sondern etwas, das sich im Sprechen, Unterwegssein und Dienen bewähren musste.

In der Bibliothek

Im Zyklus der Ersten Sieben begegnet Salmerón am Morgen vor dem Schwur in einer Bibliothek. Vor ihm liegt ein altes Buch, doch seine Gedanken haben den Text bereits verlassen. Er spürt, dass das Kommende nicht einfach in den vorhandenen Ordnungen nachzulesen ist.

Was wir morgen tun, steht nicht mehr in diesen Büchern.

Damit wird Salmerón im IfaZ zu einer Figur an der Schwelle: tief in den Überlieferungen verwurzelt und zugleich bereit, mit den anderen in einen noch ungeschriebenen Raum zu treten.