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Die Tiere brechen auf. Etwas Neues beginnt. Alle ziehen auf eine andere Alm.

Das Birkhuhn ruft die Tiere zusammen. Sie sprechen mit dem Adler und fassen einen Entschluss.

Weidetiere fehlen, ihre Spuren bleiben aus. Das Marderweibchen verlässt seinen Bau. Eine Ahnung vom Verlust der Alm breitet sich aus.

Die Glocken klingen, doch die Herde zieht vorüber.
Die Tiere sind enttäuscht. Die Alm wird nicht mehr beweidet.

Ein schwarz-weißer Holzschnitt zeigt Raufußhuhn, Ringdrossel, Waldmaus und Grashüpfer an einem Brunnen auf der Alm.

Das Birkhuhn begegnet der Ringelnatter, die erschöpft von ihrer Häutung erzählt. Andere Tiere spüren auch Veränderungen.

Detailreiche Schwarz-Weiß-Zeichnung eines Birkhuhns auf einer Alm mit Hütte, Brunnen und Bergen

Das Birkhuhn erwacht auf der Alm. Es ist hier zuhause und fühlt sich wohl.

Im Metaphysischen Café erweitert sich das Gespräch, als Vatanen zu Bohr und Schrödinger tritt.

Im Metaphysischen Café vertieft sich das Gespräch zwischen Bohr und Schrödinger.

Im Metaphysischen Café trifft Niels Bohr auf Erwin Schrödinger.

Mann mit Kaffeetasse und Dackel

Im Metaphysischen Café begegnen sich Soleil und Niels Bohr in einem Raum jenseits von Zweck und Ursache.

Scherenschnitt einer jungen Frau, die in ein Buch vertieft liest, schwarz-weiße Silhouette.

Mira betrachtet Blickrichtung und Bewegung bei Artemisia Gentileschi und Bernini.

Karin spürte sofort, dass sich etwas verändert hatte. Noch bevor sie den Fischstand sah, lag eine andere Spannung in der Luft – wie ein kaum hörbarer Ton, den man mehr im Bauch spürt als im Ohr. Sie trat einen Schritt vor, blieb …

Martin ließ das Café hinter sich, die Sonne legte ihm einen hellen Streifen auf die Schulter. Er hörte noch, wie Mira drinnen laut „Sorry!“ rief, gefolgt vom Klirren einer Kaffeetasse. Er lächelte. „Wenigstens eine, der heute ganz in ihrem Element ist“, murmelte …

Der kleine Tisch unter der gestreiften Markise im italienischen Eiscafe stand schon für sie bereit – zweite Reihe links, mit Blick auf den Brunnen. Es war ihr Stammplatz. Jeden Freitag beim Marktbesuch kehrten Karin und Martin hier ein, um das bisher Erlebte …

Der Eier- und Nudelstand lag wie eine ruhige Bucht mitten im wogenden Menschengetümmel des Marktes. Zwischen verlockendem Brotgeruch, lautem Gemüserufen und flatternden Stoffdächern wirkte er auf die beiden wie ein einladender Ruhepol: aufgeräumt, warm, entspannend. Die Kisten standen sauber gestapelt, die Eier …

Sie bogen um die Ecke beim Brunnen und da war er schon: Der Stand des Knigglbauern. Wenn man das überhaupt als Stand bezeichnen wollte. Eher ein archaisches Arrangement aus Kisten, Brettern und grob gezimmerten Auflagen, die ein bisschen so wirkten, als hätte …

Sie gingen nur ein paar Schritte weiter – aber etwas veränderte sich. Die Luft war noch dieselbe, und doch schien sie sich zu kräuseln, wie ein Vorhang, der sich hebt. „Also, wenn sie mir heute wieder Rosmarin in den Strauß steckt, nur …

Der Duft kam zuerst. Noch bevor sie den Stand überhaupt sahen, bevor die pastellfarbenen Fassaden des Stadtplatzes ins Blickfeld rückten, war er schon da: ein warmer, leicht säuerlicher Atem von frisch gebackenem Brot – durchzogen von etwas Nussigem, vielleicht Dinkel, vielleicht Roggen, …

Die Tür des Gymnasiums schloss sich hinter ihnen mit einem vertrauten, schweren Geräusch – ein leiser Triumph nach der letzten Stunde am Freitag. Die Woche lag hinter ihnen und das Wochenende war schulfrei. Komplett. So hatten sie es vereinbart. Keine Korrekturen, keine …

Sie kamen um die letzte Ecke des Marktes, vorbei an einem kleinen, verlassenen Honigwagen, und sahen ihn schon von Weitem. Der Käsestand war kein Stand wie die anderen. Es war – das spürte man sofort – eine Ordnung, die sich nicht aus …

Sie hatten es oft angedeutet. Manchmal im Scherz, manchmal mit einem Hauch von Ironie. Aber heute meinten sie es ernst. Kein Ausweichen, kein hastiges Vorübergehen. Heute war der Tag, an dem sie sich dem Metzgersortiment des Sepp Oplant stellen wollten. Oder besser …

Der Flur war ein einziger Widerhall aus Stimmen, Bewegung und Jackenrascheln. Schüler quollen aus den Klassenzimmern, einige riefen sich noch Hausaufgaben zu, andere rempelten sich im Spaß. Zwei Neuntklässler rutschten strumpfsockig mit Anlauf über die Fliesen, eine Lehrerin aus der Unterstufe rief …

Der Gong der fünften Stunde vibrierte noch durch den Flur, als Martin Schollmoser mit einem sanften Plopp den Griff seiner Thermosflasche zurückschnappen ließ. Er trat ins Lehrerzimmer, wie man einen Raum betritt, den man kennt – aber immer noch mit einer gewissen …

Scherenschnitt einer jungen Frau, die in ein Buch vertieft liest, schwarz-weiße Silhouette.

Mira begegnet Caravaggios Chiaroscuro und findet dafür ihr eigenes Wort: Schattenleuchten.

Scherenschnitt einer jungen Frau, die in ein Buch vertieft liest, schwarz-weiße Silhouette.

Mira denkt über Salome Alt und Wolf Dietrich von Raitenau nach – und darüber, ob Liebe eine Kirche sein kann.

5.1 Die Reise Der Morgen war klar. Die Kutsche stand bereit. Nur ein Blick, ein Griff an den Mantel, ein Schritt über die Schwelle. Farnese verließ Rom. Die Entscheidung war ruhig gefallen. Der Weg führte ihn nordwärts in eine Stadt deren Namen …

4.1 – Die Weihe Die Sonne stand noch tief und doch war der Tag bereits erwacht. Ein feiner Dunst lag über der Stadt. Farnese stieg aus der Kutsche. Die Stufen lagen breit vor ihm und der Eingang der Kirche lag offen da. …

3.1 – Der Entschluss Die Nacht war ruhig. Das Dunkel hatte keine Bilder mitgebracht aber auch keine Zweifel. Etwas Tieferes brachte die Nacht: eine Schicht aus Gewissheit, die sich in seinem Körper ausgebreitet hatte wie eine zweite Haut. Farnese hatte lange wach …

2.1 Die Stadt Rom lag ausgebreitet wie ein Text, der nur von innen gelesen werden konnte. Nicht von oben, nicht mit Feder, nicht mit einem Wappen auf dem Siegellack sondern zu Fuß. Also ging Farnese. Er war früh aufgebrochen. Noch war der …

1.1 Raum und Moment Der Raum schloss sich um die Szene wie ein Rahmen sich um ein Gemälde schliesst. Hohe Mauern trugen Fresken mit goldenen Rändern. Teppiche bedeckten den Steinboden, zeigten Triumphzüge, Palmwedel, römische Adler und Engel mit offenen Händen. Die Decke …

Scherenschnitt einer jungen Frau, die in ein Buch vertieft liest, schwarz-weiße Silhouette.

Mira begegnet Ignatius, den Jesuiten und den Exerzitien als einer Übung im Dazwischen.

Scherenschnitt einer jungen Frau, die in ein Buch vertieft liest, schwarz-weiße Silhouette.

Mira denkt am Tüttensee über Perspektive, Raum und Illusion im Barock nach.

Scherenschnitt einer jungen Frau, die in ein Buch vertieft liest, schwarz-weiße Silhouette.

Mira denkt auf der Rückfahrt aus Salzburg über Macht, Prunk und die Verantwortung der Schönheit nach.

Scherenschnitt einer jungen Frau, die in ein Buch vertieft liest, schwarz-weiße Silhouette.

Mira hört zum ersten Mal Johann Sebastian Bach.

Scherenschnitt einer jungen Frau, die in ein Buch vertieft liest, schwarz-weiße Silhouette.

Mira blättert zum ersten Mal im Grünen Buch, das sie auf dem Flohmarkt für vier Euro gekauft hat.

Vom Schreibtisch in Helsinki bis zur Bank am Bach in Vachendorf.Ein Ermittler legt nach zwanzig Jahren die Marke ab – und damit das alte Leben. Portugal war der Plan, Süden, Meer, Licht. Doch ein falscher Zug, eine Reifenpanne, eine Breze führen ihn nach Bayern. Aus Protokollen wird Erinnerung, aus Mordakten wird ein Archiv der Schönheit: … Weiterlesen

Das ist nicht Krimi. Kein Spurensicherung, kein Täter, kein Blut. Zwanzig Jahre davon reichen. Habe Schreibtisch verlassen, Marke hingelegt, Tür geschlossen. Aufgebrochen, nicht mit Ziel, nur mit Schritt. Portugal war Bild in Kopf. Meer, Licht, Süden. Zug aber rollte woanders. Falscher Wagen, falsche Strecke, richtige Abzweigung. Endete nicht Atlantik sondern in Bayern. Traunstein, dann Bus, … Weiterlesen

Straße leer, Schnee frisch. Glocke schlug irgendwo, dumpf, langsam. Ich stand still, hörte zu. Dorf atmete. Kein Einsatz, keine Sirene, kein Schrei. Nur Alltag. Genau das war neu. Ich sah Häuser an. Türen niedrig, Fenster mit Spitzenvorhang, Schornsteine mit Ruß. Jede Kleinigkeit trug Spur. Nicht Beweis von Schuld, sondern Zeugnis von Leben. Ich dachte: Auch … Weiterlesen

Tasse leer, Papier fettig, Salz auf Lippen. Ich wartete nicht auf Fahrer, nicht auf Ersatzreifen. Ich wartete überhaupt nicht. Körper wusste: Ich bleibe. Bäckerin nickte, nahm Münzen. Kein Wort, keine Frage. Hinter mir Glocke klingelte, neuer Kunde kam, bestellte Brot. Alltag rollte weiter, ohne dass jemand merkte: für mich war es Schnitt. Vor der Tür … Weiterlesen

Bus rüttelte über schmale Straße. Diesel vibrierte im Magen, Heizung trocknete Hals. Rechts Berge, links Felder, Schnee flach, Krähen schwarz. Menschen saßen still. Alte Frau mit Korb, Mann mit Hut, Kind, das schlief. Fahrer dicke Hände am Lenkrad, Lippen bewegten sich im Fluch, den ich nicht verstand. Dann Schlag. Laut, hart, wie Schuss. Reifen platzte. … Weiterlesen

Zug rollte langsamer. Räder quietschten, Druck in Ohren ließ nach. Fenster beschlagen, ich wischte Kreis frei. Links Wasser, groß, silbern. Wellen kaum sichtbar, Eis am Rand. Rechts Berge, dunkel, scharf, wie Zähne im Himmel. Kein Name dafür. Nur Bild. Durchsage krächzte. Worte hart, abgehackt. Traunstein. Klang schwer, steinig. Zug hielt. Menschen erhoben sich, Stimmen durcheinander. Ich wollte … Weiterlesen

Bahnhof Helsinki. Halle groß, Stimmen hallten, Pfeifen schrillten. Auf der Tafel viele Namen. Portugal stand nicht dort, aber im Kopf war Süden. Hauptsache weg. Ich stieg ein, setzte mich. Wagen fast leer, Sitze rochen nach Staub und Heizungsstaub, ein Hauch von Kohle. Fenster beschlagen, ich wischte Kreis frei. Zug rollte an. Vororte, dann Wälder, dann … Weiterlesen

Büro in Helsinki. Fenster nach Norden, Licht stumpf wie Zinn. Metallisch, kalt. Kein Schimmer Wärme, nur Erinnerung daran, dass es sie einmal gab. Tisch voll mit Akten, Kaffeeflecken wie Inseln, Fotos von Gesichtern, die längst verstummt waren. Zwanzig Jahre Mordkommission. Blut auf Teppichen, Stricke in Dachstühlen. Rücken schwer, Kopf leer. Fingerspitzen rau von Papier, Risse … Weiterlesen

War heut in Bernhaupten, St. Jakobus. Im Eingang das Fresko. Kreis im Putz, ursprünglich außen. Regen, Frost, Wind haben’s gegessen. Wangen fort, Mund fort. Augen noch da. Hab „Nimbus“ gelesen in Kunsthistorik-Werk. Dachte erst: Ist Wetter. Nachgeschaut: Nein, nix Wetter, ist Heiligenschein.No, am Ende ist’s ein Kreis. Licht um Kopf. Reicht. Gesicht wirkt weiblich. Weiche … Weiterlesen

Sitze heut am Tisch. Regen läuft die Scheibe runter wie Fäden. Denk: dieser Junge, der mit Maurern zieht – der braucht Name. Immer nur „Bursche“ klingt fast wie Hund ohne Ruf. Mir fällt „Gundemar“ ein. Schwer, bärtig, nach Schwert. Zu viel für Sechzehnjährigen mit Kübel. „Jakob“ klingt sauber, heiliger Standard. Wie Kirchenfenster. Und wenn Bernhaupten … Weiterlesen

Sitze heute am Küchentisch. Regen am Fenster, leises Ticken. Auf dem Tisch Karte, zwei Notizen, kalter Kaffee. Denke: Entscheidungen fallen weit weg. Aber Bau entsteht da, wo Hände sind. In Finnland sagt man: Weg lernt man zu Fuß. Nicht im Kopf. Also geh ich rein in Geschichte. In damals. Basilika fast fertig. Gerüst knarrt, Kalk … Weiterlesen

Salzburg, irgendwann um 1130. Ich stelle vor: draußen Regen auf Pflaster, drinnen Kerzen tropfen Wachs. Weihrauch in Luft, nicht Mistduft. Stein atmet kühl, kein Rauch im Dach. Erzbischof Konrad sitzt. Mantel schwer, Wolle dunkel, Pelz am Rand. Ring blinkt. Kopf kurzgeschoren, Tonsur scharf. Augen hell, ruhig, wie Eis. Redet nicht viel. Muss er nicht. Sein … Weiterlesen

Gelesen: hier Kirche gebaut, romanisch, zwölftes Jahrhundert. Stein, groß, zu viel groß für kleines Dorf. So steht in Büchern. Trocken. Datum, Name, fertig. Ich frag mich: wie kann wirklich gewesen? Nicht nur Mauer, nicht nur Zahl. Wie Luft gerochen, wie Stimmen geklungen? Wer gelacht, wer geschimpft? Denk mich hinein. Sehe Stube voll Rauch, höre Glocke … Weiterlesen

Der Raum selbst ist der erste Zeuge. Gelehrte von Kunsthistorik haben schönes Wort erfunden: RaumschaleWas ist? Wie Schale schützt. Keine Tafel, keine Jahreszahl, kein Fremdenführer erzählt so viel wie Baukörper. Mauern sind Gedächtnis. Mauern sind Emotion. Jede Schicht – ein Abdruck, ein Motiv. A. Romanik – der Mantel aus Mauer „Kommen Sie. Raum redet. Frage … Weiterlesen

Bin Joki Vatanen. Komme Finnland aus. Früher Kriminalkommissar. Helsinki. Jo. Mein Spezialgebiet: Profiling. Jo. Nicht nur so Fingerabdrücke und Spuren, wissen Sie. Nein: in Kopf vom Täter gehen. Sehen: Wie denkt Täter? Was fühlt Täter? Warum macht er Tat genau so, nicht anders herum? Jo. Ich habe das gelernt. Lange. Sehr lange. Wissen Sie. Aber irgendwann … Weiterlesen